Besinnungsweg Ranggen

Weg der Befreiung

Der Besinnungsweg beginnt und endet an der über 500 Jahre alten Pfarrkirche St. Magnus in Ranggen. (Parkmöglichkeit). Den gelben Wegweisern (Besinnungsweg) folgend, durch den Ort Richtung Süden, kommt man an der Kapelle zur Schmerzhaften Muttergottes vorbei. Anhand dieser Wegweiser erreicht man kurz danach die erste Station, etwas oberhalb von Ranggen. Weicher Waldboden erstreckt sich über die sieben Stationen, hin zur neuen Kapelle.
In umgekehrter Folge führt der Rangger Bergweg zurück in den Ort. Es ist somit auch möglich, die Kapelle auf diesem Forstweg zu erreichen, besonders für Familien mit Kinderwägen sowie Rollstuhlfahrer (bitte anfragen). Weg hin & retour 4,5 km, Höhendifferenz 250 m.

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Die 7 Stationen

Station 1: Gefangene besuchen

Bibelstelle: Ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen. Mt 25,36

An der dunkelsten Stelle des Besinnungsweges ergibt sich eine von der Natur gegebene Atmosphäre, die zum Nachdenken bewegt.

Das Plätschern des Baches, die von Moos bewachsenen Steine und Wurzeln und diese geheimnisvolle Stille.

Das Gitter vor der Höhle symbolisiert eine von Menschenhand geschaffene Situation.

Bin ich vor dem Gitter oder bin ich hinter dem Gitter ein Gefangener?

Kann überhaupt jemand zu mir kommen und mich als Mensch im Innersten besuchen?

Paul Maizner, Landwirt

Station 2: Fremde beherbergen

Bibelstelle: Ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen. Mt 25,36

An wie viel Stellen auf der Welt kann ich fremden Menschen begegnen - und ich auch selber ein Fremder.

Wo führen meine Wege hin - oder ist in Wirklichkeit alles fremd?

Die verschiedenen Sitzgelegenheiten bieten eine Möglichkeit sich selbst in eine Situation des Geborgen seins oder des Fremd seins zu begeben.

Was fühle ich in mir, wenn ich einen Fremden beherberge (Vorurteile, Angst)?

Was bedeutet für mich, als Fremder, wenn ich eine Herberge finde (endlich, beruhigend)?

Was ist das für ein Geschenk, wenn man Geborgenheit erleben kann?

Paul Maizner, Landwirt

Station 3: Hungrige speisen

Bibelstelle: Ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben. Mt 25,36

Das Thema Hunger beschäftigt mich schon viele Jahre und so passt es gut, mich auf diese Art und Weise mit dem Thema auseinander zu setzen.

Der ruhige Platz lädt dazu ein innezuhalten und über die Ungerechtigkeiten dieser Welt nachzudenken.
Daraus folgend aber auch welche Konsequenzen ich für mich daraus schließen kann.

„Ich möchte das Thema Hunger auf den Tisch legen!“

Der Tischsockel wurde aus vielen großen und kleinen Steinen aus der Umgebung gemauert. Die augenförmige Tischplatte aus Granit steht für Beständigkeit.
Der herausgearbeitete Kreis symbolisiert zum Einen das Brot, das das Überleben sichert, und dazu braucht es das Getreide.
Zum anderen soll es als Symbol der Welt stehen, und global betrachtet sichert das Reiskorn auf der anderen Seite das Überleben von Milliarden Menschen.
Der Bruch des Kreises steht für die ungerechte Verteilung der Lebensmittel, aber sie soll auch Einladung zur Teilung des Brotes sein.

Hannes Spiegl, Tischler

Station 4: Nackte bekleiden

Bibelstelle: Ich war nackt und ihr habt mir Kleidung gegeben. Mt 25,36

Folgende Hauptaussagen werden angestrebt:

  • Verletzlichkeit
  • Entblößung
  • Öffnung dem Betrachter; er kann entscheiden, ob er helfen will oder nicht

Für die Umsetzung wurde Laaser Marmor ausgewählt.
Sein strahlendes Weiß drückt am besten die Unschuld aus, die kristalline Transparenz macht die Verletzlichkeit spürbar.

Der Mensch kommt nackt auf diese Welt, er ist nackt und verletzlich. Die Figur wird aus dem Stein geboren.
Dies soll dem Betrachter dadurch vermittelt werden, dass ein Teil des Marmorblockes nur grob behauen sichtbar bleibt, aus dem sich die Figur herauslöst.

Ein nacktes, kahlköpfiges Kind kauert vor dem Betrachter - kahlköpfig, um die Entblößung zu betonen.
Die linke Hand versucht die nackte Brust so gut wie möglich zu bedecken, die andere liegt geöffnet auf dem Oberschenkel. Das Kind blickt zum Betrachter auf, einerseits wohlwollend lächelnd, andererseits gerade den Mund öffnend, als wolle es etwas sagen.

Rudolf Berti, Bildhauer

Station 5: Durstige tränken

Bibelstelle: Ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben. Mt 25,35

Wenn man direkt vor dem Wasserfall steht, erkennt man mit etwas Phantasie im oberen Teil ein Herz, aus dem Wasser fließt, das darunter am Felsen versprüht und sich so verteilt. Durch diese starke Aussagekraft habe ich lange gezögert hier etwas zu verändern. Erst als der Weg angelegt wurde, habe ich mich entschlossen,
die „auffangenden Hände“ in Übergröße zu gestalten.

Sie sollen darstellen, dass ich durch das überlaufende Herz der Empfangende bin und ich nur mit offenem Herzen weitergeben kann.

Josef Vogelsinger, HTL-Lehrer

Station 6: Kranke besuchen

Bibelstelle: Ich war krank und ihr habt mich besucht. Mt 25,36

Gesundheit ist das Wichtigste so sagen wir. Welchen Sinn hat dann Krankheit in unserem Leben? Jeder muss sich früher oder später mit dem Thema auseinandersetzen. Wir wissen, dass meistens eine Krankheit zum Tod führt. Für mich passt dieser Platz sehr gut um über das Thema krank nachzudenken.
Die steilen Wege des Lebens kosten Überwindung, Müh und Kraft. Man stößt unerwartet auf Hindernisse. Man wird zu einer Rast gezwungen. Oder manchmal nimmt man sie gerne an. Die Intensität des Lebensfeuers verändert sich. Wo ist ein guter Platz zum Rasten? Kann ich nach der Pause den gleichen Weg fortsetzen? Beim zur Ruhe kommen merkt man, es gibt viele Gleichgesinnte — es gibt ein Gegenüber — man ist nicht alleine.
Wie gehe ich mit dem Thema Krankheit um?
Es gibt viele verschiedene Sichtweisen darüber.
Fragen tun sich auf:

Sind meine Schritte zu groß?
Ist das Schöpfen nach Materialismus mir viel zu wichtig?
Bin ich zu einseitig im Denken?
Welche Rolle spielt mein Herz dabei?
Was hinterlasse ich, wenn ich aus dieser Welt scheide?

Hannes Spiegl, Tischler

Station 7: Tote begraben

Bibelstelle: Als du ohne zu zögern vom Tisch aufgestanden bist und dein Essen stehengelassen hast um einem Toten den letzten Dienst zu erweisen, blieb mir deine gute Tat nicht verborgen, sondern ich war bei dir. Tob 12,13 Mt 25

Tote begraben ist die letzte Liebestat die wir einem Menschen erweisen können.

Als ich den Platz für diese Station aussuchte, war ich beeindruckt von dem dunklen Felsen, der wie ein Grabstein vor mir stand, schwer und bedrückend. Zugleich wurde mein Blick auch nach oben gelenkt und von der Helligkeit des Himmels zwischen den Bäumen geblendet.

Dunkelheit und Licht, dieser Gegensatz ist schon Ansporn genug um über das Thema nachzudenken. Als Symbol für die Tätigkeit „Tote begraben“ habe ich das Leichentuch gewählt. Das liebevolle Zudecken eines Verstorbenen ist eine Handlung die jeder durchführen kann. Wir wissen auch, dass in vielen Kulturen das Leichentuch den Sarg ersetzt, und der Leichnam so bestattet wird.

Josef Vogelsinger, HTL-Lehrer

Logo zum Besinnungsweg

Vom Mittelpunkt des Kreuzes Christi fließt ein ständiger Strom der Liebe und möchte unser oft versteinertes Herz aufbrechen, um diese Liebe wie ein lebendiges Wasser an unsere
Mitmenschen weiter zu schenken.
Wir wandern in der Stille des Waldes und besinnen uns dabei an sieben markanten Plätzen auf die Werke der leiblichen BarmHERZigkeit.

Gustav E. Sonnewend, Grafiker

 

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6179 Ranggen

Telefon: +43 699 1065 6713

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Weg der Versöhnung - 2. Impuls
Mittwoch, 28.2.2024
28.2.2024
19:00 Uhr
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